Wirkung der ML

  • entwässernde Wirkung
  • beruhigend und entspannend
  • schmerzlindernd
  • anregend auf das körpereigene Abwehrsystem

 

Anwendungsgebiete der ML

  • Ödeme, Blutergüsse, Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen
  • Kopfschmerz, Migräne
  • Akne
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Schwangerschaftsödem
  • Schnupfen
  • Prophylaxe zur Anregung der körpereigenen Abwehrkräfte (Grippezeit)

Manuelle Lymphdrainage – ML

Begründer der Lymphdrainage ist der dänische Biologe Dr. Emil Vodder, der in den frühen 30er Jahren dieses Jahrhunderts seine ersten Erfolge mit einer neuen Massagetechnik feierte.Er befreite in Cannes einen Engländer von einem lästigen Schnupfen, indem er immer wieder ganz monoton und mit pumpenden Bewegungen den Hals des Patienten massierte.

Was ist nun das besondere an der manuellen Lymphdrainage?
Was kann sie?
Wann wird sie hauptsächlich angewendet?
Und – für den Leser wohl am wichtigsten – wie sollte eine gekonnt ausgeführte Behandlung aussehen?

Wie funktioniert unser Lymphsystem?
In den Lymphgefäßen, die unseren ganzen Körper – ähnlich den Blutbahnen – durchziehen, wird Wasser aus dem Gewebe abtransportiert und dem Blutkreislauf zugeführt, um dann über die Nieren ausgeschieden zu werden.

Wichtiger noch als der Transport von Wasser mit den darin enthaltenen Schadstoffen ist jedoch der Transport von Eiweiß.

Eiweißkörper, die einmal im Gewebe abgelagert sind, können nur mit dem Lymphstrom wieder entfernt werden.

Jeder Eiweißbaustein zieht Wasser an, sodass eine Eiweißansammlung auch immer zu einer Flüssigkeitsansammlung im Gewebe führt. Harntreibende und entwässernde Medikamente entziehen dem Körper immer nur Wasser, nehmen jedoch die Eiweißmoleküle im Gewebe nicht mit.

Dass es überhaupt zu einer Eiweiß- und Wasseransammlung kommt, kann verschiedene Ursachen haben.

Durch Unfall oder Operationen können Lymphgefäße zerstört werden. Dies ist häufig nach Krebsoperationen der Fall, wo es darum geht, befallene Lymphknoten zu entfernen, um eine Metastasenbildung zu verhindern. So kommt es z.B. nach einer Brustoperation oft zu starken Armödemen, wenn die Lymphknoten der Achselhöhle entfernt werden mussten. Weitere Aspekte der ML sind ihre beruhigende und schmerzlindernde Wirkung. Dr. Vodder konnte Patienten in einem akuten Migräneanfall mit Lymphdrainge zum Einschlafen bringen. (Für jeden, der je unter Migräne gelitten hat, sicher ein kleines Wunder). Schließlich kann regelmäßige manuelle Lymphdrainage das körpereigene Abwehrsystem anregen – ein Hilfsmittel das sich vor allem in Grippezeiten sehr bewährt.

Wie sollte eine gut ausgeführte ML aussehen?
Oberstes Gebot ist zunächst: ML darf niemals weh tun oder Hautrötungen hinterlassen

Da Lymphe eine sehr träge Masse sind und daher eine gewisse Anlaufzeit notwendig ist, ist für die ML charakteristisch, dass alle Griffe viele Male ganz monoton und sanft ausgeführt werden. Jede Lymphdrainage beginnt am Hals, um die Ermüdungsstellen der großen Lymphgefäße in die Venen frei zupumpen. Eine ML sollte beruhigend und entspannen und erfordert vom Masseur ein hohes Maß an Konzentration und Einfühlungsvermögen.

Und schließlich sollten sie auch Gelegenheit haben, ein wenig nachzuruhen, damit der Körper die Impulse gut umsetzen kann.

Ein guter Therapeut kennt selbstverständlich auch die Grenzen – seine eigene und die der Behandlungsmethode, als auch die Kontraindikationen der ML. Z.B. wendet man eine ML nie während einer akuten Infektion oder Entzündung an.

Den Erfolg einer guten Behandlung sehen und spüren Sie sofort, denn wahrscheinlich ist Ihr erster Weg danach zur Toilette.